Um Mitternacht trafen alle Angemeldeten pünktlich zu einer eher ungewöhnlichen Zeit beim Pp der oberen Lütholdsmatt ein. Sogleich nahmen wir den steilen Aufstieg in Angriff. Der helle Mond war auf unserer Seite und zeigte sich in voller Pracht. Nach ein paar Minuten gewöhnten sich die Augen an die Dunkelheit; einige von uns wanderten ohne Stirnlampe. In jener Nacht war Supermond, das heisst der Mond liegt an einem erdnahen Punkt. Er erschien wirklich nahe, hell und gross. Nach einem knackigen Aufstieg machten wir die erste Pause bei der Alpnacher Fräkmünt. Da der Weg via Alp Tumli nicht in gutem Zustand ist, wählte Robert die sichere Route via Laubalp. Unser ständiger Begleiter guckte hinter dem Matthorn hervor und schon bald "spielte er Versteckis" hinter aufziehenden Wolken.
Auf Pilatus Kulm angekommen, wurden sogleich die WCs aufgesucht. Ein Luxus, der nicht selbstverständlich ist auf Wanderungen. Auf dem Oberhaupt sahen wir die Leuchtenstadt im Lichterglanz, auf dem Tomlishorn angekommen, erwachte sie langsam in der Morgendämmerung.
Während wir uns kaum gedulden konnten, die aufgehende Sonne zu sehen, spielte Robi uns das Lied « Wenn die Sonne erwacht in den Bergen, der Mond sagt der Erde goodbye, flieh`n die Schatten der Nacht vor dem Morgen, neues Licht macht die Welt wieder frei.» Die Worte passten genau zu unserer mystischen Nacht. Endlich erschien die leuchtende Kugel am Horizont und wir konnten uns kaum sattsehen. Nach dem hart verdienten Sonnenaufgang ging es wieder bergunter. Alsbald machten wir eine Pause im ungewohnt ruhigen Pilatus Kulm, wo Irene ein «Inemun» brauchte. Gestärkt ging es zügig hinunter via Chilchsteine zur Alpnacher Fräkmünt; Älplerin Lea verwöhnte uns dort mit Kaffee und Alpkäse. Um 09.15 verabschiedeten wir uns am Ausgangspunkt - mit wieder einmal mehr tollen Eindrücken. Danke Robert und Werner für die spezielle nächtliche Pilatustour.